Eine einfache Anleitung für die ersten 3D Erfolge

Das räumliche Sehen beruht auf dem Prinzip des natürlichen Sehens mit unseren zwei Augen und entsteht im Gehirn. Unsere Augen nehmen jeweils ein Motiv aus einer etwas anderen Blickrichtung auf. Diese perspektivisch unterschiedlichen Bilder werden im Gehirn zu einem einzigen räumlichen Bild zusammen­gesetzt. Also benötigen wir für ein Raumbild ein „linkes Halbbild“ und ein „rechtes Halbbild“.

3 Schritte sind bei der Erstellung der beiden Halbbilder bis zur Betrachtung  durchzuführen:

   1. Aufnahme eines Motivs unter Beachtung einiger Grundregeln
   2. Rahmung der Halbbilder zu einem Stereobild
   3. Betrachten bzw Projektion von Stereobildern

  • Schritt 1: Die stereoskopische Aufnahme

Prinzipiell, jeder Photoapparat ist geeignet für eine Raumbildaufnahme, ob „Knipserkamera“ oder eine Spiegelreflex. Wir beschäftigen uns zunächst mit der einfacheren Aufnahme, nämlich der Aufnahme eines unbewegten Motivs:

Wir brauchen zwei Aufnahmen (wir bezeichnen diese als 2 Halbbilder, ein stereoskopisches Bildpaar  oder ein Stereobild); diese müssen im Augenabstand also in ca 6,5 – 7,0 cm Abstand aufgenommen werden. Am besten wir stellen unser Gewicht zunächst auf das linke Bein und „Klick“ nehmen das linke Halbbild auf, dann verlagern wir unser Gewicht auf das rechte Bein und „Klick“ nehmen das rechte Halbbild auf (bei dieser Reihenfolge werden die Bilder auf dem Film in richtiger links-rechts Reihenfolge angeordnet). Die Methode nennen wir „Cha-Cha“ Methode (nach dem gleichnamigen Tanz: Cha-Cha-Cha). Zu beachten ist hierbei, dass die Kamera keinesfalls in der waagrechten oder in der senkrechten Richtung verändert oder gedreht werden darf. Genauer wird die Sache jedenfalls, wenn wir die Kamera auf einer horizontalen Schiebevorrichtung montieren und mit einer Wasserwaage die Horizontale  kontrollieren. Je genauer wir hierbei arbeiten, desto besser wird unser Raumbild und desto weniger Probleme haben wir beim Schritt 2 der Rahmung.

3D Aufnahme eines bewegten Motivs


Nehmen wir ein bewegtes Motiv auf, dann sind 2 Kameras nötig, die auf gleicher Höhe montiert sind und gleichzeitig ausgelöst werden. Dazu brauchen wir entweder ein Hilfsmittel: ein Kabel für den synchronen Auslöser oder wir nehmen ein gekoppeltes Kamerapaar oder eine Stereokamera mit 2 Objektiven.

 

Analoge Stereokamera aus 2 Nikon -
gekoppelt von der dt Firma RBT
 
Digitale Sony Kameras -gekoppelt
von der niederländischen Firma:
Co van Ekeren
 SLR Shepherd Stereo Controller -
 Kopplung für Auslöser und
 Blitz für 2 SLR Kameras

 

Grundregeln für 3D Aufnahmen

Ob ein unbewegtes Motiv im Schiebeverfahren oder ein bewegtes Motiv mit gekoppelten Kameras aufgenommen wird, sind folgende Grundregeln zu beachten:

  • Der dem Objektiv am nächsten liegende Bildpunkt, „der Nahpunkt“ im Motiv sollte nicht näher als etwa 2,5m zum Objektiv liegen (Ausnahme: bei der Macroaufnahme gelten andere Regeln)
  • Für eine gute räumliche Darstellung sollten die markanten Bildteile im Bereich bis zwischen 2,5m und 20m liegen. Alles, was weiter als 50m entfernt ist, ist weder für das menschliche Auge noch für die Kameras räumlich zu sehen.
  • Für beste Schärfentiefe ist zu sorgen: das Bild muss vom Nahpunkt bis zum Fernpunkt (dem Objektiv am weitesten weg liegenden Bildpunkt) scharf abgebildet werden.
  • Die Halbbilder dürfen keine Höhenfehler oder Verkantungen aufweisen oder unterschiedlich groß gezoomt sein.

Wahl des Motivs

Grundsätzlich kann jedes Motiv aufgenommen werden, aber je näher wir dem Hauptmotiv sind, desto besser wird der räumliche Effekt also „Ran an das Objekt“! Die beigelegten Bilder belegen, dass alle Motive möglich sind: Landschaftsaufnahme, Portraits, Makroaufnahmen, etc. Die räumlichen Effekte sind so grandios, dass der Betrachter sich mitten im Bild wähnt.

Vorsicht ist lediglich bei „unscharfen“ Motiven oder Motivteilen angebracht, denn unsere Augen können diesen bei Fotografen häufig beliebten Effekt räumlich nicht einordnen.  

  • Schritt 2: die Rahmung der Halbbilder

Ein wichtiger Arbeitsschritt für die spätere Betrachtung ist die Rahmung. Bei Bildern auf Film (analoge Bilder) ist dies eine kleine Wissenschaft, jedoch durchaus erlernbar. Wenn Sie Näheres wissen wollen, wenden Sie sich bitte an den Österreichischen Stereogruppe – phg – Sektion Stereo.

Bei digitalen Bildern übernimmt das ein Computerprogramm. Etwaige Rotations- oder Höhenfehler (wie sie manchmal bei der Verschiebetechnik mit einer Kamera auftreten) werden vom Programm ausgeglichen. Diese Computerprogramme sind kostengünstig oder als Freeware vom Internet zu laden.
 

  • Schritt 3: Betrachten der Halbbilder

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten ein Stereobild darzustellen: u.a. als Anaglyphenbild, als gedrucktes Stereobild, als Dia, oder auch am PC. Je nach Wiedergabeart sind unterschiedliche Hilfsmittel wie Brillen, Speziallinsen oder Shutterbrillen nötig.

 

Anaglyphenbild mit Anaglyphenbrille: die räumliche Tiefe wird mittels den Farben rot,cyan dargestellt

 Papierbilder (schwarz weiß oder in Farbe)  Betrachtung mit Stereoskop oder „Stereoblick“

 

 
 Besucher einer Stereoschau:
 Betrachtung von linken und rechten übereinander projizierten Bildern mittels Polarisationsbrille

Liegen die beiden Stereobilder im Druck vor, so können wir sie mit dem „Stereoblick“ oder mit einer geeigneten Betrachtungsbrille betrachten.

 

Der Stereoblick – alt aber noch lange kein alter Hut


Zunächst üben wir die stereoskopischen Halbbilder als Stereobild zu sehen. Dazu bedienen wir uns des Zylinderbilds, mit dem man sehr leicht den „Stereoblick“ ohne ein Hilfsmittel wie einer Linsenbrille erlernen kann.

 
 Hat der Clown den Zylinder auf dem Kopf? Gratulation, dann haben Sie’s geschafft!
 Quelle: Deutsche Gesellschaft für Stereoskopie e.V.

Betrachten Sie nun den Punkt zwischen Zylinder und Kopf und nähern Sie sich mit der Nase dem schwarzen Punkt, so scheint der Zylinder zu wandern. Stören Sie sich nicht daran, dass das Ganze unscharf wirkt. Sobald der Zylinder auf dem Kopf sitzt, haben Sie’s geschafft, sie haben den „Stereoblick“.

Diesen Blick wenden Sie auf zwei nebeneinander positionierte Stereobilder an. Gelingt es iHnen nicht, so gibtMedium List 2 Accent 4 es Linswn, die das Betrachten von Stereobildern erleichtern.

 

Projektion von Stereobildern

Für die Wiedergabe von Stereobildern auf einer Leinwand benötigen Sie einen Stereoprojektor, oder zwei normale Dia Projektoren oder auch zwei Beamer mit Polfilter, welche an einer Grafikkarte mit zwei Monitorausgängen angeschlossen werden. Die beiden Bilder werden übereinander projiziert, zum Betrachten dieser Bilder setzen wir Polarisationsbrillen auf.

 

 

Beispiel 2 Dell Beamer – für die Stereoproduktion vorbereitet von Co von Ekeren

 

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